Asiatische Hornisse im Garten: Was Gartenfreunde jetzt wissen müssen
Zwischen den blühenden Stauden, den Hochbeeten und dem intensiven Duft frischer Kräuter fühle ich mich in meinem Garten wohl. Oft kommen mir beim Jäten schon die einfachsten aber tollsten Rezepte in den Sinn, die ich später mit meinen Kräutern verwirklichen möchte und ich denke über das Leben nach und habe dabei so manche Idee geboren. Wenn dann noch eine Biene an mir vorbeisummt, ist das perfekt. Sommer, Sonne, blauer Himmel und das friedliche Summen gehören für mich untrennbar zusammen. Doch die Idylle ist bedroht durch die Asiatische Hornisse im Garten.
Obwohl ich mich gegen die eigene Imkerei entschieden habe, liegt mir das Wohl der Natur extrem am Herzen. Ich weiß wie wichtig Bienen für unser gesamtes Ökosystem sind. Umso hellhöriger wurde ich, als ich immer wieder von der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) hörte und las. Ein eingewandertes Insekt, das sich immer weiter in Deutschland ausbreitet und es ausgerechnet auf unsere heimischen Bestäuber abgesehen hat.
In diesem Beitrag möchte ich meine Perspektive als Gartenmensch teilen: Warum uns dieses Thema alle angeht, auch wenn wir keinen einzigen Bienenstock besitzen.
Wenn das Paradies aus dem Gleichgewicht gerät
Ursprünglich stammt die Asiatische Hornisse wie der Name schon sagt aus Asien. Vermutlich über Frachtschiffe gelangte sie nach Frankreich und verbreitete sich von dort aus rasend schnell über ganz Europa. Inzwischen ist sie auch in unseren heimischen Gärten angekommen und mit ihr eine neue Gefahr für die Balance in unserer Natur.
Als ich das erste Mal von ihrer Jagdmethode hörte, war ich echt fast schockiert über ihre Methode zu jagen. Diese Hornisse ist eine hochspezialisierte Jägerin. Sie schwebt wie ein kleiner Hubschrauber vor den Fluglöchern der Bienenstöcke oder patrouilliert an blühenden Sträuchern, um Insekten im Flug abzufangen. Das hat wenig mit dem natürlichen Gleichgewicht zu tun, das wir in unseren Gärten gewohnt sind. Es ist ein massiver Eingriff in ein bestehendes System.
Worauf ich beim Gärtnern achte: Die Erkennungsmerkmale
Ich bin keine Insektenexpertin, aber wenn man einmal weiß worauf man achten muss, lässt sich die Asiatische Hornisse ganz gut von unserer friedlichen heimischen Hornisse unterscheiden. Da ich viel Zeit draußen verbringe, scanne ich die Blütenbesucher mittlerweile fast automatisch:
- Die dunkle Erscheinung: Sie wirkt insgesamt viel schwärzer als unsere heimische Art.
- Die gelben Socken: Das auffälligste Merkmal sind die Beine. Die unteren Abschnitte sind leuchtend gelb, während sie bei unserer Hornisse durchgehend braun sind.
- Das orangefarbene Gesicht: Wenn sie dich direkt anschaut, wirkt das Gesicht fast orange.
- Das Verhalten: Besonders auffällig ist das Lauern. Wenn ein Insekt ungewöhnlich lange vor einer Blüte oder einem Kasten schwebt, schaue ich genauer hin.
Es trifft nicht nur die Honigbienen
Oft wird das Thema nur im Zusammenhang mit der Imkerei diskutiert. Doch als Gartenmensch sehe ich das größere Bild. Auch Wildbienen, Schwebfliegen und Hummeln gehören zu den Opfern dieser invasiven Art. Mir tut das weh, weil ich sehe wie sehr mein kleines Paradies von diesen fleißigen Bestäubern lebt. Ohne sie gäbe es keine Äpfel auf dem Stückle und keine Tomaten auf dem Balkon.
Besonders im Spätsommer wenn die Völker der Asiatischen Hornisse ihre maximale Größe erreichen, ist der Jagddruck enorm. Wer wie ich Wert auf ökologische Vielfalt legt, muss diese Entwicklung mit Sorge betrachten. Die gute Nachricht ist jedoch: Wir können helfen, ohne selbst zur Imkerin zu werden.
Meine Tipps für Gartenfreunde und Naturbeobachter
Vielleicht hast du keinen Bienenstock im Garten stehen. Ich auch nicht. Aber Wildbienen und Hummeln fliegen überall und auch sie profitieren davon, wenn wir aufmerksam sind.
1. Das Nest finden: Der Blick in die Höhe und die Tiefe
Wir wissen heute dass diese Hornissen zwei Arten von Nestern bauen. Die kleinen Primärnester im Frühjahr finden wir oft in unseren Gartenhäuschen, Schuppen oder unter dem Carport. Hier lohnt es sich ab März genau hinzuschauen. Entdeckst du eine kleine papierartige Kugel die etwa die Größe eines Tischtennisballs hat? Dann könnte das der Beginn eines Staates sein.
Später im Jahr ziehen sie oft in die Wipfel hoher Bäume um. Diese Sekundärnester sind im Sommer durch die dichten Blätter fast unsichtbar. Erst wenn das Laub fällt, erkennt man die riesigen Kugeln die bis zu einem Meter Durchmesser haben können.
2. Ruhe bewahren und Melden
Wenn du glaubst eine Asiatische Hornisse gesehen zu haben oder sogar ein Nest entdeckst, bitte ich dich: Werde niemals selbst aktiv. Das ist gefährlich für dich und kann zudem geschützte heimische Arten gefährden.
So gehe ich vor:
- Foto machen: Mein Handy habe ich im Garten, sowieso, fast immer dabei. Ein scharfes Foto ist der wichtigste Beweis für die Behörden.
- Abstand halten: Die Tiere sind gegenüber Menschen nicht grundlos aggressiv, verteidigen ihr Nest aber sehr vehement.
- Sichtung melden: Ich nutze dafür die offiziellen Meldeportale oder Apps. Jeder gemeldete Fund hilft den Experten dabei, das Management dieser Art zu verbessern und den Schaden für unsere Insektenwelt zu begrenzen.
Warum wir jetzt zusammenhalten müssen
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse ist eine Herausforderung für uns alle. Es betrifft die Weinbauern die um ihre süßen Trauben bangen, die Obstbauern auf den Streuobstwiesen und uns Hobbygärtner die sich an der Vielfalt erfreuen. Wir müssen keine Profis sein um einen Beitrag zu leisten. Aufmerksamkeit und die Bereitschaft Funde zu melden sind der beste Schutz den wir unseren heimischen Insekten bieten können.
Ich finde es spannend dass schon winzige Zeichen Aufschluss über das Wohlbefinden unserer Natur geben können. Wenn wir lernen die Signale zu deuten, werden wir vom reinen Nutzer des Gartens zu seinem Beschützer.
Zum weiterlesen empfehle ich folgende Beiträge:
- Fachwissen kompakt: Asiatische Hornisse in Deutschland
- Was im Garten hilft: Balkonpflanzen die Bienen anlocken
- Den Rhythmus verstehen: Das Bienenjahr im Überblick und Erstes Frühjahr als Hobbyimker

