Bienentracht: Wenn die Natur den Tisch für die Bienen deckt und was bedeutet eigentlich „Bienentracht“?

Erfahre, welche Pflanzen Bienen Nahrung bieten, wann die Trachtzeit beginnt und warum sie für Imker so wichtig ist.

Bienentracht und was heißt das überhaupt?

Es gibt diesen magischen Moment im Jahr, in dem man das Gefühl hat, alles um einen herum beginnt zu summen, zu duften und zu leben. Genau dann beginnt sie: die Trachtzeit, das ist die Hauptsaison für Bienen, Blüten und auch Hobbyimker.

Aber was genau bedeutet eigentlich „Bienentracht“? Und warum spielt sie eine so große Rolle, nicht nur für den Honig im Glas, sondern auch für das Überleben ganzer Bienenvölker?

Was ist die Bienentracht?

Der Begriff „Tracht“ stammt ursprünglich aus der Imkersprache. Er beschreibt die Zeit und das Angebot an Nektar und Pollen, das den Bienen in der Natur zur Verfügung steht.

Kurz gesagt: Die Bienentracht ist die Hauptnahrungsquelle der Bienen im Jahresverlauf und damit auch der Zeitraum, in dem die Honigernte für den Imker möglich ist.

Trachtpflanzen: Wer deckt den Tisch?

Nicht jede Pflanze bietet Bienen Nahrung. Nur bestimmte Blüten produzieren ausreichend Nektar oder Pollen. Diese Pflanzen werden „Trachtpflanzen“ genannt.

Zu den wichtigsten heimischen Trachtpflanzen gehören:

  • Löwenzahn, Raps und Obstbäume im Frühling, dazu gehört Beispielsweise auch die Zwetschge: Dazu findest du mehr in meinem Beitrag speziell zu Zwetschgen.
  • Robinie, Kastanie, Linde im Frühsommer
  • Phacelia, Sonnenblumen, Buchweizen im Spätsommer
  • Efeu, Rainfarn und blühende Kräuter im Spätherbst

Wildblumen, Kräuter und Heckenpflanzen wie Brombeere oder Weißdorn sind ebenfalls wertvolle Trachtspender vor allem für die Wildbienenarten.

Wenn du in deinem Garten für Wildbienen etwas gutes tun willst dann baue ihnen doch ein Sandarium nach unserer Beschreibung: Sandarium für Wildbienen

Die große Frage: Wann beginnt die Bienentracht?

Je nach Region und Witterung beginnt die erste Tracht schon im März oder April, wenn Weiden, Hasel oder Krokusse blühen.

Die Haupttrachtzeit liegt zwischen Mai und Juli, dann sind Rapsfelder, Obstbäume und Linden in voller Blüte. Spätsommer- und Herbsttrachten sind für viele Bienen wichtig, um ihre Vorräte für den Winter aufzufüllen.

Wenn dich das Leben der Bienen interessiert habe ich hier für dich einen super Vorschlag. Beobachte einfach mal in diesem Jahr genauer was in der Natur passiert:

  • Was blüht gerade in meiner Umgebung?
  • Wie lange halten die Blüten an?
  • Welche Bienenarten sind unterwegs?

Ein Notizbuch oder eine App zur Blühbeobachtung kann hier sehr hilfreich sein und macht Spaß! Auch Nicht-Imkern! Vor allem mit Kindern ist es interessant die Bienen und Insekten zu beobachten sei es nun beim Spaziergang oder auf dem Spielplatz und die Beobachtung festzuhalten.

Warum ist die Trachtzeit für Imker so wichtig?

Ganz einfach: Ohne Tracht kein Honig. Die Qualität und Menge des geernteten Honigs hängt direkt vom Trachtangebot ab. Wenn beispielsweise der Raps gut blüht und das Wetter mitspielt, ist mit einer reichen Frühtracht zu rechnen. Fällt dagegen eine Tracht durch Regen, Trockenheit oder Frost aus, bleiben Bienen und Imker hungrig.

Auch für die Gesundheit des Bienenvolks ist eine abwechslungsreiche und durchgängige Tracht entscheidend. Fehlt es an Nahrung, steigt das Risiko für Krankheiten, Stress und Schwächung.

Wie kann ich als Hobby-Imker oder Naturfreund helfen?

Ob du Bienen hältst oder einfach ihren Lebensraum unterstützen willst: Du kannst aktiv zur Trachtvielfalt beitragen. Hier ein paar Ideen:

  • Pflanze bienenfreundliche Pflanzen Kräuter und Sträucher im Garten oder auf dem Balkon.
  • Verzichte auf Pestizide und Mähroboter.
  • Lasse Wildblumen und „Unkraut“ einfach mal stehen.
  • Unterstütze Landwirte und Projekte, die Blühstreifen und Insektenweiden fördern.

Falls du gerade am Planen deines Gartens oder Balkons bist schau doch auch in meine Beiträge: Blühende Bienenweide oder Bienenfreundliche Bäume und Sträucher

Je vielfältiger das Angebot, desto lebendiger wird dein Garten und desto gesünder bleiben unsere Bienen.

Fazit: Die Bienentracht ist das Leben selbst

Wenn du einmal verstanden hast, was es bedeutet: “ Wenn die Trachtzeit beginnt „, wirst du den Frühling mit anderen Augen sehen. Plötzlich ist der blühende Apfelbaum nicht nur schön sondern du nimmst wirklich wahr, er ist Nahrung, Hoffnung und Zukunft. Für die Biene, für den Imker, für uns alle.


Von Petra

„Ich bin Gartenfreundin und Honigliebhaberin, aber selbst keine Imkerin. Gemeinsam mit Imker Toni teile ich auf Hobby-Imker werden Erfahrungen, Tipps und Wissen rund um Bienen, Honig und das faszinierende Leben im Bienenstock. Dabei geht es auch um den Schutz der Natur und das Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen.“