Blühende Bienenweide: So werden dein Garten und dein Balkon zur Nahrungsquelle für Bienen
Eine blühende Bienenweide bietet Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten über Monate hinweg Nahrung. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele bunte Blumen zu pflanzen, sondern die richtigen Pflanzen auszuwählen. Entscheidend sind Pollen und Nektar – und zwar vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Herbst. Schon wenige passende Pflanzen können einen Garten oder Balkon deutlich wertvoller für Bestäuber machen.
Wer beginnt, sich mit Bienen oder Wildbienen zu beschäftigen, merkt schnell: Viele Pflanzen sehen zwar schön aus, helfen Insekten jedoch kaum weiter. Gefüllte Blüten oder reine Zuchtformen enthalten oft wenig Pollen und Nektar. Der Garten wirkt bunt, für Bestäuber bleibt er jedoch manchmal überraschend leer.
Eine gute Bienenweide muss deshalb nicht perfekt aussehen. Sie darf lebendig wirken, sich verändern und im Laufe der Monate unterschiedliche Blüten hervorbringen.
Blumenzwiebeln bienenfreundlich pflanzen
Was ist eine Bienenweide überhaupt?
Eine Bienenweide besteht aus Pflanzen, die ausreichend Nektar und Pollen liefern. Sie dient Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle.
Dabei geht es nicht nur um den Sommer.
Gerade im Frühjahr und im Herbst entstehen häufig Versorgungslücken. Während manche Pflanzen bereits verblüht sind, stehen andere noch nicht in Blüte. Für viele Insekten können genau diese Zeiten problematisch werden.
Eine abwechslungsreiche blühende Bienenweide sorgt deshalb dafür, dass möglichst durchgehend Nahrung vorhanden ist.
Welche Pflanzen eignen sich für eine Bienenweide?
Eine Mischung verschiedener Blühzeiten ist meist sinnvoller als wenige einzelne Pflanzen.
Frühblüher
Früh im Jahr benötigen Bienen besonders dringend Nahrung.
Geeignet sind beispielsweise:
- Winterheide
- Krokusse
- Weiden
- Obstbäume
- Lungenkraut
Auch wenn viele Menschen Angst vor ihnen haben: Hummelköniginnen sind in dieser Zeit auf frühe Blüten angewiesen. Hummeln retten 🐝
Pflanzen für Frühling und Sommer
Im weiteren Jahresverlauf erweitert sich die Auswahl deutlich.
Beliebt bei Bienen sind:
- Borretsch
- Katzenminze
- Klee
- Kornblumen
- Phazelie
- Ringelblumen
- Kapuzinerkresse
- Buchweizen
- Malven
Diese Pflanzen liefern über längere Zeit Nahrung und bringen gleichzeitig auch noch bunte unterschiedliche Farben in den Garten.
Sommer und Spätsommer – was sind Trachtlücken
Gerade im Hochsommer entstehen oftmals sogenannte Trachtlücken. Das bedeutet, dass viele Pflanzen bereits verblüht sind. Diese Lücken kannst du im Garten aber leicht schließen.
Beispielsweise mit:
- Lavendel
- Sonnenblumen
- ungefüllten Dahlien
- Sommerlinden
Lavendel gehört dabei oft zu den Pflanzen, die man bereits aus einigen Metern Entfernung „hört“, ehe man sie überhaupt sieht. Wer einmal an einem warmen Sommertag an einem blühenden Lavendelstrauch vorbeigelaufen ist, kennt dieses durchgehende Summen garantiert.
Nicht jede schöne Blume hilft den Bienen zu überleben
Gerade im Gartencenter sehen viele Pflanzen attraktiv aus.
Für Insekten sind manche davon jedoch kaum hilfreich.
Problematisch sind oft:
- stark gefüllte Blüten
- Pflanzen mit sehr tiefen Blütenkelchen
- reine Zuchtformen
- windbestäubte Pflanzen
Bei gefüllten Blüten gelangen die fleißigen Bienen leider kaum an Pollen oder Nektar.
Die Pflanze sieht zwar schön und beeindruckend aus, bleibt für Bestäuber aber oft wenig interessant.
So legst du eine Bienenweide an
Eine Bienenweide muss weder groß noch aufwendig sein. Schon kleine Flächen können Insekten anlocken und ihnen helfen.
Vorbereitung
Lockere den Boden und entferne starkes Unkraut. Für Balkonkästen eignet sich lockere Erde, die nicht zu nährstoffreich ist.
Nun folgt die Aussaat und das Pflanzen
Erst mal geht es natürlich ans Einkaufen, das garantiert viel Spaß macht. Ich stelle mir immer vor wie schön mein Balkon in wenigen Wochen aussehen wird. Da vergeht mir glatt die Lust auf Urlaub. Wenn die Erde vorbereitet ist verteile das Saatgut möglichst gleichmäßig und drücke es leicht an. Die Pflanzen mit den Wurzeln auch leicht andrücken. Da verschiedene Pflanzen unterschiedliche Ansprüche haben, lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Hinweise.
Gießen nicht vergessen
Frisch ausgesäte Flächen benötigen ausreichend Wasser. Am besten mit einem Aufsatz auf der Gießkanne der die Aussaat sanft befeuchtet damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.
Und wegen der Trachtlücken und dem Spaß: es kann sich lohnen zeitversetzt auszusäen und dadurch die Blütezeiten ein bisschen rauszuziehen.
Wilde Ecken dürfen bleiben
Viele Gärten sind heute sehr ordentlich gestaltet.
Für Menschen wirkt das gepflegt. Für Insekten sieht die Situation oft anders aus.
Alte Pflanzenstängel, kleine Mauerspalten oder trockene Bereiche schaffen zusätzliche Lebensräume.
Gerade Wildbienen nutzen solche Stellen häufig als Nistplatz.
Bienen mit Hörnern – die Gehörnte Mauerbiene
Mehr als nur ein schöner Garten
Eine Bienenweide verändert nicht nur das Bild im Garten.
Mit der Zeit tauchen plötzlich Besucher auf, die vorher kaum aufgefallen sind. Hummeln erscheinen im Frühjahr, Wildbienen nutzen Nisthilfen und Schmetterlinge fliegen zwischen Blüten hin und her.
Oft fällt erst dann auf, wie viele unterschiedliche Insekten unterwegs sind.
Vielleicht liegt genau darin das Schöne an einer Bienenweide: Man pflanzt zunächst Blumen und bekommt später deutlich mehr zurück als nur Blüten.


[…] du gerade am Planen deines Gartens oder Balkons bist schau doch auch in meine Beiträge: Blühende Bienenweide oder Bienenfreundliche Bäume und […]