Was sind Insekten: Die Honigbiene ist nur eine von vielen Arten
Ich bin mal wieder durch einen Zeitungsartikel bei einem Thema hängen geblieben, das eigentlich im ersten Moment ganz selbstverständlich klingt: Was sind Insekten. Jeder kennt sie, viele begegnen uns täglich, manche quälen und mit ihrem Summen und mehr in der Nacht und trotzdem macht man sich selten Gedanken darüber, wie vielfältig diese Tiergruppe eigentlich ist.
Bei der Honigbiene ist die Zuordnung einfach. Sechs Beine, Fühler, Flügel und der typische Körperbau. Aber was ist mit einem Käfer, einer Libelle oder einer Schwebfliege? Sie sehen völlig unterschiedlich aus und gehören trotzdem zu den Insekten.
Insekten haben einige gemeinsame Merkmale. Ihr Körper besteht aus Kopf, Brust und Hinterleib, sie besitzen sechs Beine und Fühler. Viele Arten haben Flügel, aber längst nicht alle Insekten können fliegen.
Zur großen Gruppe gehören unter anderem Bienen, Hummeln, Wespen, Ameisen, Käfer, Schmetterlinge, Motten, Libellen, Heuschrecken und Fliegen.
Damit wird schon deutlich, wie groß die Vielfalt ist.
Die Honigbiene ist nur eine von vielen
Wenn von Insekten gesprochen wird, denken wir besonders häufig an Bienen und Schmetterlinge. Gerade die Honigbiene ist uns durch ihre Bedeutung für die Bestäubung und natürlich auch durch den Honig sehr vertraut.
Sie ist aber nur eine Art unter sehr vielen.
Neben der Honigbiene gibt es zahlreiche Wildbienenarten. Auch Hummeln gehören zu den Wildbienen. Dazu kommen unzählige andere Insekten, die ebenfalls Blüten besuchen.
Eine Schwebfliege kann beispielsweise einer Biene oder Wespe erstaunlich ähnlich sehen, gehört aber zu den Fliegen. Käfer wiederum haben ihren ganz eigenen Körperbau, und bei einer Libelle würde wahrscheinlich kaum jemand auf die Idee kommen, sie mit einer Biene zu vergleichen.
Im Garten kann man deshalb einiges entdecken, wenn man sich die kleinen Besucher einmal genauer anschaut.
Nicht nur Bienen besuchen Blüten
Honigbienen fliegen von Blüte zu Blüte und sammeln dabei Nektar und Pollen. Beim Blütenbesuch nehmen sie Pollen auf und übertragen ihn auf andere Blüten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung vieler Pflanzen.
Dabei sind sie keineswegs allein.
Auch Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge besuchen Blüten. Welche Pflanzen sie bevorzugen, ist von Art zu Art unterschiedlich. Manche Insekten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, andere nutzen ein breiteres Angebot.
Deshalb ist es im Garten sinnvoll, nicht nur an eine einzige Pflanzenart zu denken. Unterschiedliche Blühpflanzen können über einen langen Zeitraum hinweg Nahrung für verschiedene Insekten bieten. Bienenfreundliche Bäume und Sträucher
Insekten können viel mehr als bestäuben
Bestäubung ist nur eine der Aufgaben, die Insekten in der Natur übernehmen.
Einige Arten leben räuberisch und ernähren sich von anderen kleinen Tieren. Marienkäfer sind ein bekanntes Beispiel, denn sie fressen unter anderem Blattläuse. Auch Florfliegen und ihre Larven gehören zu den kleinen Helfern, die im Garten auf Beutesuche gehen.
Andere Insekten spielen beim Abbau von organischem Material eine Rolle. Wieder andere dienen Vögeln, Fledermäusen, Amphibien und zahlreichen weiteren Tieren als Nahrung.
Damit sind Insekten an vielen Stellen des natürlichen Kreislaufs beteiligt. Manchmal fällt uns ihre Bedeutung gerade dann auf, wenn sie fehlen.
Ein Garten ist voller kleiner Bewohner
Wer einen Garten hat, muss gar nicht lange suchen, um Insekten zu finden. Auf Blüten sitzen Bienen und Hummeln, zwischen den Pflanzen bewegen sich Käfer, über dem Wasser können Libellen unterwegs sein und im Sommer flattern Schmetterlinge durch die Beete.
Auch ein Stück Wiese kann erstaunlich viel Leben beherbergen.
Dafür muss der Garten nicht komplett verwildern. Unterschiedliche Pflanzen, blühende Bereiche und verschiedene Strukturen reichen bereits aus, um Lebensräume zu schaffen. Eine Ecke darf etwas weniger ordentlich sein, eine Wiese muss nicht ständig kurz gemäht werden und heimische Pflanzen können das Angebot zusätzlich erweitern.
Auch Streuobstwiesen sind wertvolle Lebensräume. Alte Bäume, Blüten, Gräser und unterschiedliche Pflanzen schaffen dort Bedingungen für viele verschiedene Tiere.
Wenn Insekten weniger werden
Insekten brauchen Nahrung und geeignete Lebensräume. Werden solche Lebensräume kleiner oder verschwinden ganz, verändert sich auch die Zusammensetzung der Insektenwelt.
Versiegelte Flächen, intensive Landnutzung und der Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel können dazu beitragen, dass es für manche Arten schwieriger wird. Auch das Klima spielt eine zunehmende Rolle.
Extreme Hitze ist beispielsweise für viele Insekten eine Belastung. Bei Hummeln wird inzwischen untersucht, wie hohe Temperaturen die Entwicklung von Larven und Puppen beeinflussen.
Dabei geht es nicht nur darum, ob wir im Sommer weniger Schmetterlinge sehen. Insekten stehen mit vielen anderen Tieren und Pflanzen in Verbindung. Wenn bestimmte Arten zurückgehen, kann das deshalb auch Auswirkungen auf andere Bereiche der Natur haben.
Nicht jedes Insekt ist ein Schädling
Im Garten wird schnell zwischen nützlichen und schädlichen Insekten unterschieden. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Ein Tier, das an einer Gemüsepflanze sitzt und dort frisst, ist für den Gärtner vielleicht unerwünscht. Trotzdem kann dieselbe Art an anderer Stelle eine Funktion im natürlichen Kreislauf haben.
Deshalb lohnt es sich, erst einmal genauer hinzusehen, bevor man ein unbekanntes Tier als Schädling einordnet. Gerade bei Insekten gibt es viele Arten, die wir kaum wahrnehmen oder miteinander verwechseln.
Das gilt auch für die kleinen Tiere, die wir auf Blüten finden. Nicht alles, was schwarz-gelb gestreift ist, ist eine Biene oder Wespe, und nicht jedes Insekt, das eine Pflanze besucht, hat dieselbe Aufgabe.
Eine große Vielfalt auf sechs Beinen
Die Honigbiene ist also nur eine von vielen Insektenarten. Neben ihr gibt es eine enorme Vielfalt an Käfern, Schmetterlingen, Fliegen, Libellen, Heuschrecken, Wildbienen und vielen anderen Arten.
Jede von ihnen hat ihre eigene Lebensweise und ihren Platz in der Natur.
Für Garten und Umwelt ist diese Vielfalt wichtig. Unterschiedliche Pflanzen und möglichst vielfältige Lebensräume bieten vielen Arten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Und manchmal reicht schon ein genauerer Blick auf das eigene Beet, um festzustellen, wie viele verschiedene Insekten dort tatsächlich unterwegs sind. Vielleicht hast du auch Lust mehr Insekten zu beobachten oder in deinem Garten anzusiedeln? Insektenhotel

