Tropilaelaps und Kleiner Beutenkäfer sind zwei Schädlinge für Honigbienen, die bisher noch wenig bekannt sind. Wer sich mit Honigbienen beschäftigt, kennt meistens zuerst die Varroamilbe. Sie gehört längst zu den Problemen, mit denen sich die Bienenhaltung auseinandersetzen muss. Tropilaelaps und der Kleine Beutenkäfer sind dagegen deutlich weniger bekannt.
Beide sind in Deutschland bisher nicht flächendeckend als etablierte Schädlinge verbreitet. Trotzdem werden sie aufmerksam beobachtet. Durch den internationalen Transport von Bienen, Waben und anderem Imkereimaterial können Tiere und Parasiten über große Entfernungen gelangen.
Dabei handelt es sich um zwei ganz unterschiedliche Tiere. Tropilaelaps ist eine winzige Milbe, der Kleine Beutenkäfer tatsächlich ein Käfer. Beide können ein Bienenvolk erheblich schwächen.
Auch wenn es hier um Honigbienenschädlinge geht, lohnt sich der Blick auf die gesamte Tiergruppe der Insekten.
Tropilaelaps: eine winzige Milbe
Tropilaelaps-Milben sind etwa einen Millimeter lang und ungefähr einen halben Millimeter breit. Sie sind damit kleiner als Varroamilben. Ihr Körper ist länglich und rötlich-braun.
Auffällig ist ihre schnelle Bewegung auf den Waben. Während Varroamilben eher langsam unterwegs sind, können Tropilaelaps-Milben sehr flink sein.
Für die Bienen ist vor allem ihre Lebensweise problematisch. Die Milben vermehren sich in der verdeckelten Brut. Dort können sie die Entwicklung der jungen Bienen beeinträchtigen.
Bei einem starken Befall können geschädigte oder absterbende Brut und geschwächte erwachsene Bienen die Folge sein. Ein schwerer Befall kann ein Bienenvolk innerhalb relativ kurzer Zeit erheblich schwächen.
Wo kommt Tropilaelaps vor?
Die ursprüngliche Verbreitung der Tropilaelaps-Milben liegt vor allem in Süd- und Zentralasien. Inzwischen wurden Vorkommen auch weiter westlich festgestellt, unter anderem in Georgien und in der russischen Region Krasnodar.
Für Deutschland ist deshalb vor allem die Überwachung möglicher Einschleppungen wichtig.
Der Kleine Beutenkäfer
Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist mit etwa fünf Millimetern Länge ebenfalls ein ziemlich kleines Tier. Junge Käfer sind zunächst rötlich-braun und werden später dunkler. Die Deckflügel sind relativ kurz, sodass das Ende des Hinterleibs sichtbar bleibt.
Problematisch für das Bienenvolk sind vor allem die Larven.
Sie können ungefähr einen Zentimeter lang werden und ernähren sich unter anderem von Bienenbrut und Vorräten. Bei starkem Befall können sie Waben beschädigen und dazu führen, dass eingelagerter Honig verdirbt.
Nach ihrer Entwicklung verlassen die Larven die Beute und suchen außerhalb einen geeigneten Platz für die Verpuppung. Damit unterscheidet sich der Kleine Beutenkäfer deutlich von einer Milbe wie Tropilaelaps.
Der Kleine Beutenkäfer ist bereits in Europa angekommen
Beim Kleinen Beutenkäfer ist die Situation etwas anders als bei Tropilaelaps. Er wurde bereits in Europa nachgewiesen. Seit 2014 sind Vorkommen in Süditalien bekannt.
Der Transport von Bienenvölkern, Königinnen und Imkereimaterial kann eine Möglichkeit für die Verbreitung darstellen. Besonders Waben und anderes Material aus befallenen Völkern können dabei eine Rolle spielen.
Deshalb wird die weitere Entwicklung in Europa aufmerksam verfolgt.
Was passiert bei einem Verdacht?
Eine unbekannte Milbe auf einer Wabe muss nicht automatisch Tropilaelaps sein. Auch eine auffällige Larve gehört nicht zwangsläufig zum Kleinen Beutenkäfer.
Eine sichere Bestimmung ist deshalb wichtig. Bei einem begründeten Verdacht sollte nicht auf eigene Faust behandelt oder einfach abgewartet werden.
Sowohl Tropilaelaps als auch der Kleine Beutenkäfer sind in Deutschland anzeigepflichtig. Zuständig ist die jeweilige Veterinärbehörde.
Gerade bei Schädlingen, die noch nicht flächendeckend verbreitet sind, kann eine frühe Feststellung entscheidend sein.
Tropilaelaps und Varroamilbe
Tropilaelaps wird häufig mit der Varroamilbe verglichen. Beide sind Milben und nutzen die Bienenbrut für ihre Vermehrung. Beide können ein Bienenvolk stark schwächen.
Trotzdem handelt es sich um unterschiedliche Parasiten.
Tropilaelaps ist kleiner, länglicher und deutlich beweglicher. Die [Varroamilbe] ist dagegen inzwischen ein fester Bestandteil der Bienengesundheit und der regelmäßigen Kontrolle von Bienenvölkern.
Auch bei der Bekämpfung lassen sich die Erfahrungen mit der Varroamilbe nicht einfach auf Tropilaelaps übertragen.
Zwei Schädlinge mit unterschiedlichen Lebensweisen
Tropilaelaps und der Kleine Beutenkäfer zeigen, dass ein Bienenvolk von sehr unterschiedlichen Organismen beeinträchtigt werden kann.
Bei Tropilaelaps steht die Vermehrung der Milben in der Bienenbrut im Mittelpunkt. Beim Kleinen Beutenkäfer verursachen vor allem die Larven Schäden an Brut, Waben und Vorräten.
Für Deutschland bedeutet das vor allem: aufmerksam bleiben und ungewöhnliche Funde ernst nehmen, ohne bei jeder unbekannten Milbe oder Larve gleich von einem gefährlichen Schädling auszugehen.
Die Varroamilbe ist heute bekannt und wird regelmäßig kontrolliert. Tropilaelaps und der Kleine Beutenkäfer sind dagegen zwei weitere Arten, deren mögliche Ausbreitung beobachtet wird.
Gerade bei neuen Schädlingen ist es sinnvoll, die Tiere zu kennen. Denn wenn ein Befall früh erkannt wird, lässt sich wesentlich schneller darauf reagieren.

