Bienen im Mai

Bienen im Mai: Schwarmzeit und Hochbetrieb am Bienenstand

Im Mai erreichen Bienenvölker ihre höchste Stärke und genau dann steigt auch die Schwarmgefahr am stärksten an. Wer Bienen hält, muss jetzt besonders aufmerksam sein, weil sich in wenigen Tagen entscheidet, ob das Volk im Kasten bleibt oder sich teilt.

Der Mai gilt in der Natur als der Monat der Entscheidung. Wer sich mit Bienen beschäftigt, merkt schnell: In keinem anderen Monat entwickelt sich ein Volk so rasant wie jetzt. Während die Natur in voller Blüte steht, erreicht das Bienenvolk an Stärke den Höhepunkt. Für Menschen die sich für die Imkerei interessieren bedeutet das, dass nun die intensivste Zeit des Jahres anbricht. Jetzt entscheidet sich, ob die Bienen durch geschickte Führung am Stand bleiben oder ob sie ihrem natürlichen Vermehrungstrieb folgen und schwärmen.

In diesem Beitrag erfährst du alles über die Schwarmkontrolle, die Freigabe der Honigräume und warum der Mai der Monat ist, in dem die engste Verbindung zwischen Mensch und Biene entsteht.


1. Bienen im Mai: Die Entwicklung der Völker im Wonnemonat

Wenn die Obstblüte in die Vollblüte übergeht und der Raps gelb leuchtet, gibt es für die Bienen kein Halten mehr. Die Königin legt nun bis zu 2000 Eier am Tag. Das bedeutet, dass jeden Tag tausende junge Bienen schlüpfen. Der Platz im Brutraum wird eng und die Bienenmasse füllt den Kasten bis in den letzten Winkel aus. Warum Streuobstwiesen wichtig sind

Diese Enge ist der Hauptauslöser für die Schwarmstimmung. Die Bienen merken, dass der vorhandene Raum nicht mehr ausreicht, um die wachsende Familie zu beherbergen. Wer Bienen hält, muss diesen Prozess genau beobachten. Ein starkes Volk ist zwar die Voraussetzung für eine gute Honigernte, aber nur wenn die Tiere auch im Kasten bleiben.


2. Die Schwarmkontrolle: Ein wöchentliches Pflichtprogramm

Ab Anfang Mai ist die wöchentliche Schwarmkontrolle für jeden Bienenhalter angesagt. Ein Urlaub ist jetzt nicht unbedingt die beste Idee oder muss gut geplant werden. Ein Rhythmus von sieben Tagen hat sich in der Praxis bewährt. Die Entwicklung einer neuen Königin von der Eiablage bis zum Verdeckeln der Weiselzelle dauert etwa acht Tage. Sobald die erste Zelle mit einem Deckel verschlossen ist, macht sich die alte Königin mit der Hälfte der Belegschaft auf den Weg in die Freiheit.

Worauf bei der Durchschau geachtet werden muss

Bei der Durchschau wird jede einzelne Wabe des Brutraums genau unter die Lupe genommen. Man sucht nach Spielnäpfchen und Weiselzellen. Spielnäpfchen sind noch leer und lediglich eine Vorbereitung der Bienen. Sobald man jedoch ein Ei oder eine kleine Larve in einer solchen Zelle findet, ist das Volk in Schwarmstimmung.

Es gibt verschiedene Strategien damit umzugehen. Das bloße Entfernen der Zellen hilft oft nur kurzfristig. Wenn ein Volk einmal den Entschluss gefasst hat zu schwärmen, lässt es sich schwer davon abbringen. In der Fachliteratur werden hier stärkere Eingriffe wie das Erweitern des Raums oder das Bilden eines Ablegers empfohlen.


3. Raum geben: Den Honigraum rechtzeitig aufsetzen

Ein häufiger Fehler beim Start in die Imkerei ist das zu späte Aufsetzen der Honigräume. Wenn die Bienen den vorhandenen Platz im Brutraum bereits mit Nektar blockieren, hat die Königin keinen Platz mehr zum Legen ihrer Eier. Das fördert die Schwarmstimmung massiv. Checkliste zur Imker-Grundausstattung

Sobald die Kirschblüte beginnt und das Volk stark genug ist, sollte der erste Honigraum aufgesetzt werden. Oft wird ein Absperrgitter genutzt, damit die Königin im Brutraum bleibt und die Honigwaben frei von Brut sind. Im Mai kann es bei guter Tracht vorkommen, dass ein Volk innerhalb einer Woche einen kompletten Honigraum füllt. Es muss daher regelmäßig kontrolliert werden ob noch genug Kapazität vorhanden ist. Erstes Frühjahr als Hobbyimker


4. Ablegerbildung: Vermehrung und Schwarmprävention

Der Mai ist der ideale Zeitpunkt um die Völkerzahl zu vergrößern. Die Bildung eines Ablegers schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Man nimmt dem Muttervolk Bienenmasse und Brut weg, was den Schwarmdruck sofort senkt, und man schafft sich eine Reserve für den Winter.

Ein Brutableger ist im Mai meist innerhalb kurzer Zeit erfolgreich, da genug Drohnen für die Begattung der neuen Königinnen in der Natur vorhanden sind. Wichtig ist, dass der Ableger an einen Standort gebracht wird, der außerhalb des Flugkreises des Muttervolkes liegt, damit die Bienen nicht einfach wieder in ihr altes Zuhause zurückkehren. Vermehrung von Honigbienen


5. Die Tracht im Mai: Raps und Löwenzahn

In vielen Regionen ist der Mai geprägt vom Raps. Raps ist eine Massentracht, die den Bienen enorme Mengen an Nektar und Pollen bietet. Doch es gibt eine Besonderheit: Rapshonig kristallisiert aufgrund seines hohen Traubenzuckeranteils extrem schnell in der Wabe.

Man muss den Wassergehalt im Auge behalten. Sobald der Honig reif ist und die Waben zu mindestens zwei Dritteln verdeckelt sind, sollte geerntet werden. Wer zu lange wartet bekommt den Honig im schlimmsten Fall nicht mehr aus der Schleuder, weil er bereits in der Wabe fest geworden ist.


6. Wasserbedarf und Tränken

Bei der enormen Brutleistung im Mai benötigen die Bienen viel Wasser um die Larven zu versorgen und die Temperatur im Stock konstant auf 35 Grad zu halten. Wenn keine natürliche Wasserquelle in der Nähe ist, sollte eine Bienentränke aufgestellt werden. Damit die Bienen nicht ertrinken, dienen Moos, Steine oder Korken im Wasser als sichere Landeplätze. Ein guter Standort für die Tränke ist windgeschützt und sonnig.


7. Die Herausforderung im Mai

Der Mai fordert volle Aufmerksamkeit. Es ist die Zeit der Disziplin. Man ist versucht bei schönem Wetter lieber im Liegestuhl zu sitzen, statt bei warmen Temperaturen die Völker zu kontrollieren. Doch die Erfahrung zeigt: Jede Nachlässigkeit im Mai rächt sich im Juni. Wer seine Völker jetzt gut führt, legt den Grundstein für ein erfolgreiches restliches Bienenjahr.

Das Ziel ist eine harmonische Arbeit am Volk bei der man genau erkennt, was die Bienen gerade benötigen. Hektische Bewegungen sollten vermieden werden da sie im vollbesetzten Mai Stock schnell zu Unruhe unter den Tieren führen können.


Fazit: Den Rhythmus der Natur annehmen

Der Mai ist anstrengend aber auch der schönste Monat für jeden, der sich mit Bienen beschäftigt. Das Summen der Völker und der Duft von frischem Nektar sind die Belohnung für die Mühen. Wenn die Schwarmzeit erfolgreich gemeistert wird, steht einer reichen Ernte nichts mehr im Weg.

Falls du gerade erst planst einzusteigen, schau dir unsere Ratgeber zum Start an, um für das nächste Frühjahr gewappnet zu sein: Erstes Frühjahr als Hobbyimker l Hobbyimker werden

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Von Petra

„Ich bin Gartenfreundin und Honigliebhaberin, aber selbst keine Imkerin. Gemeinsam mit Imker Toni teile ich auf Hobby-Imker werden Erfahrungen, Tipps und Wissen rund um Bienen, Honig und das faszinierende Leben im Bienenstock. Dabei geht es auch um den Schutz der Natur und das Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen.“