Wasserstellen für Bienen: Warum eine Schale Wasser alleine nicht reicht.
An heißen Sommertagen sieht man Bienen nicht nur an Blüten. Sie sitzen plötzlich auf feuchten Steinen, an Teichrändern oder sogar dort, wo wir Menschen eine Wasserstelle eher nicht vermuten würden. Bienen brauchen Wasser doch eine Schale mit Wasser aufzustellen, reicht nicht unbedingt aus. Entscheidend sind ein sicherer Landeplatz, der richtige Standort und eine Wasserquelle, die die Bienen auch annehmen.
Gerade in langen Trocken- und Hitzeperioden kann eine gut eingerichtete Wasserstelle deshalb eine sinnvolle Ergänzung für den Garten sein. Und wer einmal beobachtet hat, wie eine Biene vorsichtig über einen nassen Stein läuft und Wasser aufnimmt, merkt schnell, dass daraus ein interessanter kleiner Platz um die Bienen zu beobachten werden kann.
Warum brauchen Bienen überhaupt Wasser?
Zuerst einmal wird ein Teil des Wassers für die Versorgung der Brut benötigt. Und vor allem bei warmem Wetter wird Wasser aber auch zur Kühlung des Bienenstocks eingesetzt. Das Wasser wird im Stock verteilt und durch die Luftbewegung der Bienen verdunstet. Dadurch kann die Temperatur der Tiere im Brutbereich reguliert werden.
Für den Imker der seine Bienen beobachtet bedeutet das: An heißen Tagen sind die Wasserholerinnen regelmäßig unterwegs von der Wasserquelle zum Stock. Manchmal erkennt man sie gerade daran, dass sie immer wieder dieselbe Wasserquelle anfliegen.
Aber auch Wildbienen können Wasser nutzen. Ihr Bedarf und ihre Lebensweise unterscheiden sich allerdings von denen eines Honigbienenvolkes. Eine Wasserstelle ist aber kein Ersatz für geeignete Nahrung und geeignete Nistplätze, sondern lediglich eine zusätzliche Ressource.
Warum Bienen manchmal lieber an einer Pfütze trinken
Das ist einer der interessanteren Aspekte bei einer Wasserstelle für Bienen: Eine blitzsaubere Schale mit frischem Leitungswasser ist nicht automatisch die attraktivste Quelle für sie. Sie lassen sie womöglich sogar einfach links liegen.
Bienen nutzen gerne auch natürliche Wasserstellen wie feuchte Erde, Moos, Teichränder oder nasse Steine. Dort finden sich neben Wasser auch verschiedene Mineralstoffe und organische Stoffe. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass eine kleine schlammige Pfütze oder unauffällige Stelle im Garten stärker besucht wird als eine hübsche frische saubere Wasserschale.
Wer eine Wasserstelle einrichtet, muss also keine künstliche „Bienenbar“ mit besonderen Zusätzen daraus machen. Eine natürliche Gestaltung mit Steinen, Holz oder Moos reicht völlig aus oder ist sogar die bessere Lösung.
Die wichtigste Regel dabei: Die Bienen dürfen nicht ertrinken
Eine Wasserstelle für Bienen sollte natürlich vor allem sicher sein.
Eine tiefe Schüssel mit glatter Oberfläche ist zum Beispiel ungeeignet. Fällt eine Biene ins Wasser, findet sie möglicherweise keinen Halt mehr und ertrinkt.
Besser ist eine flache Schale, in der zahlreiche Steine, Kiesel oder ein Stück Holz aus dem Wasser ragen. Auch Moos kann eine geeignete feuchte Oberfläche bilden. Die Bienen können darauf landen, trinken und anschließend wieder trocken den Heimflug starten.
Die Wasserstelle sollte stehen, bevor die Bienen Durst haben
Wer eine eigene Wasserquelle für Honigbienen anbieten möchte, sollte nicht erst auf die erste große Hitze warten.
Bienen können sich gute Wasserquellen gut merken. Haben sie sich einmal an eine bestimmte Stelle gewöhnt, kann es schwierig werden, sie später davon abzubringen. Deshalb ist es sinnvoll, die Wasserstelle möglichst früh im Jahr einzurichten und sie dauerhaft am gleichen Platz anzubieten.
Das gilt besonders für Imker. Warum? Eine zuverlässige Wasserquelle in der Nähe des Bienenstandes kann verhindern, dass die Bienen sich selbst eine andere Quelle suchen.
Und das kann durchaus der Gartenteich des Nachbarn, eine Regentonne oder an heißen Tagen auch ein Pool sein.
Wo sollte eine Wasserstelle stehen?
Der Standort der Wasserstelle spielt eine größere Rolle, als man vermuten würde.
Eine gute Wasserstelle sollte bequem erreichbar sein, möglichst windgeschützt stehen und genügend Sonne bekommen, damit sie nicht dauerhaft kalt und völlig unbewegt bleibt. Gleichzeitig sollte sie nicht so aufgestellt werden, dass Menschen oder Haustiere ständig daran vorbeilaufen.
Am Bienenstand sollte die Wasserquelle nicht direkt im Flugbereich vor dem Flugloch stehen. Ein etwas abseits gelegener Platz ist meist angenehmer.
Wer die Wasserstelle für Bienen im eigenen Garten oder auf dem Balkon einrichten möchte, kann sie an die vorhandene Umgebung anpassen. Auf dem Balkon genügt beispielsweise eine kleine, flache Schale mit sicheren Auflageflächen. Im Garten kann daraus eine natürlichere Wasserstelle mit Steinen, Holz und Pflanzen werden.
Eine einfache Bienentränke selbst einrichten
Für eine funktionierende Wasserstelle braucht es erstaunlich wenig.
Eine flache Schale wird mit Wasser gefüllt. Darin liegen mehrere Steine oder andere sichere Auflageflächen, die aus dem Wasser herausragen. Etwas Moos kann zusätzlich eine feuchte Oberfläche schaffen. Das habe ich schon weiter oben erwähnt beim Thema wo die Wasserstelle am besten ihren Platz bekommt.
Wichtig ist, dass die Bienen jederzeit wieder festen Boden unter ihre Füße bekommen wie oben auch schon erwähnt.
Das Wasser sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden. Stehendes Wasser kann verschmutzen und im Sommer schnell warm werden. Eine saubere, gepflegte Wasserstelle ist deshalb nicht nur angenehmer zu beobachten, sondern auch hygienischer.
Besonders praktisch ist es, die Wasserstelle so einzurichten, dass sie leicht kontrolliert und gereinigt werden kann.
Was passiert, wenn auch andere Tiere kommen?
Eine Wasserstelle bleibt natürlich nicht automatisch den Bienen vorbehalten. Wespen, Fliegen und andere Insekten können sie ebenfalls nutzen. Wenn das Wetter sommerlich heiß wird werden auch Vögel daran ihren Durst stillen.
Das ist grundsätzlich kein Problem. Eine naturnahe Wasserstelle soll schließlich nicht nur einer einzigen Tierart dienen.
Anders sieht es bei Gefahren aus, die durch dauerhaft stehendes Wasser entstehen können. Auch für Menschen. Kleine offene Gefäße sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Gerade bei warmem Wetter sollte man darauf achten, dass sich dort keine unnötigen Brutstätten für Stechmücken wie die Tigermücke entwickeln.
Auch die Asiatische Hornisse sollte man nicht mit einer normalen Wasserstelle in Verbindung bringen oder pauschal als „Gefahr an der Tränke“ darstellen. Entscheidend ist, sie sicher erkennen zu können und bei einem entsprechenden Verdacht die geltenden Hinweise zu beachten.
Wasser allein reicht nicht
Eine Wasserstelle ist eine schöne Ergänzung, aber sie macht noch keinen bienenfreundlichen Garten.
Für Honigbienen sind vor allem ausreichend Nektar und Pollen entscheidend. Wildbienen benötigen zusätzlich passende Nistmöglichkeiten. Deshalb gehören Wasser, Nahrung und geeignete Lebensräume immer zusammen.
Wer etwas für Wildbienen tun möchte könnte auch ein Sandarium für Wildbienen anlegen, ein Insektenhotel kann geeignete Nistmöglichkeiten schaffen oder ein Lebensturm im Garten ein schöner Platz für Bienen und andere Insekten werden.
Für weitere Ideen rund um einen naturnahen Außenbereich findest du außerdem Beiträge über den hummelfreundlichen Garten, den Waldartengarten und insektenfreundliche Gartenarbeit.
Eine kleine Schale kann zum Beobachtungsplatz werden
Das Schöne an einer Wasserstelle ist, dass man dafür nicht viel Platz braucht. Und trotzdem kann dort erstaunlich viel passieren.
An einem heißen Sommertag kommt vielleicht zunächst eine einzelne Biene. Sie landet auf einem Stein, nimmt Wasser auf und fliegt wieder davon. Später kommen weitere dazu. Vielleicht gesellen sich Hummeln oder andere Insekten hinzu.
Wer eine Weile zusieht, erkennt schnell, dass selbst das Trinken bei Bienen kein beiläufiger Vorgang ist. Die Tiere suchen sich einen sicheren Platz, nehmen vorsichtig Wasser auf und verschwinden wieder in Richtung Volk.
Aus einer einfachen Schale wird so ganz nebenbei ein kleiner Beobachtungsplatz.
Fazit: Eine gute Wasserstelle muss vor allem sicher sein
Bienen brauchen im Sommer Wasser besonders bei hohen Temperaturen und längeren Trockenperioden. Eine Wasserstelle kann ihnen dabei helfen, zuverlässig an eine geeignete Quelle zu gelangen.
Dafür braucht es weder einen großen Teich noch eine aufwendige Konstruktion. Eine flache Schale, sichere Landeplätze und regelmäßig frisches Wasser reichen aus. Entscheidend ist, dass die Bienen nicht ertrinken können und die Wasserstelle dauerhaft erreichbar bleibt.
Und vielleicht stellst du die Schale irgendwann gar nicht mehr nur wegen der Bienen auf. Denn wer einmal beobachtet hat, wie unterschiedlich Insekten mit einer solchen kleinen Wasserquelle umgehen, entdeckt plötzlich mitten im Alltag ein Stück Natur, das vorher einfach übersehen wurde.

