Ja, Hibiskus kann bienenfreundlich sein! Aber entscheidend sind vor allem die Art und die Blütenform des Strauchs. Einfachblühende Sorten sind für Bienen und andere Bestäuber besser zugänglich als gefüllte Blüten. Besonders der Garteneibisch (Hibiscus syriacus) und der Sumpfeibisch (Hibiscus moscheutos) sind für einen bienenfreundlichen Garten interessant.
Der Hibiskus fällt im Garten sofort auf. Seine großen Blüten leuchten in Rosa, Weiß, Lila oder Blau und erscheinen zu einer Zeit, in der viele andere Pflanzen schon wieder verblüht sind. Da liegt die Frage nahe: Ist Hibiskus eigentlich gut für Bienen und andere Insekten?
Die Antwort lautet: Ja, aber es kommt auf die Pflanze an.
Nicht jeder Hibiskus ist nämlich wie der andere
Bei Hibiskus gibt es viele verschiedene Arten und Sorten. Für Bienen sind vor allem Pflanzen mit offenen, einfachblühenden Blüten interessant. Dort kommen sie leichter an Pollen und Nektar heran.
Gefüllte Blüten sehen zwar prächtig aus, können für Insekten aber schwieriger zugänglich sein. Wer einen Hibiskus nicht nur wegen seiner schönen Blüten, sondern auch für die Tierwelt pflanzen möchte, sollte deshalb beim Kauf auf eine einfache Blütenform achten.
Ist Gartenhibiskus bienenfreundlich?
Der Garteneibisch (Hibiscus syriacus) ist der Hibiskus, den man häufig in unseren Gärten findet. Er ist winterhart und blüht im Sommer, oft bis in den September hinein.
Einfachblühende Sorten werden von Bienen und Hummeln besucht. Damit kann der Garteneibisch gerade im späteren Sommer eine schöne Ergänzung zum übrigen Blütenangebot sein.
Bei der Auswahl im Gartencenter lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Blüte. Nicht allein die Farbe oder die Größe entscheidet darüber, ob eine Pflanze für Insekten interessant ist.
Welche Sorten des Garteneibischs gibt es?
Beim Garteneibisch gibt es zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben. Interessant für einen bienenfreundlichen Garten sind vor allem einfachblühende Formen, zum Beispiel:
- Hibiscus syriacus ‚Éléonore‘
- Hibiscus syriacus ‚Coelestis‘
- Hibiscus syriacus ‚Mauve Queen‘
Wichtig ist dabei weniger der Sortenname als die offene Blüte. Sie bietet Insekten einen besseren Zugang als stark gefüllte Züchtungen.
Ist Hibiscus moscheutos bienenfreundlich?
Auch der Sumpfeibisch (Hibiscus moscheutos) ist für einen naturnahen Garten interessant. Er fällt durch seine besonders großen Blüten auf und kann verschiedenen Bestäubern Nahrung bieten.
Seinen Namen trägt er nicht ohne Grund: Der Sumpfeibisch mag einen feuchten Boden und kommt deshalb besonders gut an Stellen zurecht, an denen andere Gartenpflanzen mit der Feuchtigkeit nicht so gut klarkommen.
Auch seine Blüte fällt in den Sommer und kann das Angebot im Garten über einen längeren Zeitraum ergänzen.
Sind Hibiskusblüten für Bienen geeignet?
Bei dieser Frage kommt es wieder auf die Blütenform an. Offene, einfachblühende Hibiskusblüten sind für Bienen und andere Bestäuber leichter zugänglich als stark gefüllte Blüten.
Das ist bei vielen Zierpflanzen so. Was für uns besonders prächtig aussieht, muss für ein Insekt nicht unbedingt die beste Wahl sein.
Wer einen Hibiskus als Teil eines bienenfreundlichen Gartens pflanzt, ist mit einer einfachblühenden Sorte daher meist gut beraten.
Wann blüht Hibiskus für Bienen?
Der Garteneibisch gehört zu den eher späten Blühern. Seine Hauptblüte liegt meist zwischen Juli und September. Das macht ihn interessant, wenn im Garten die erste große Blütenfülle bereits nachlässt.
Für Bienen ist ein einzelner Hibiskus natürlich keine komplette Versorgung. Viel besser ist ein Garten, in dem vom Frühjahr bis in den Herbst hinein immer wieder etwas blüht.
Der Hibiskus kann dabei eine Lücke im späteren Sommer schließen und das Blütenangebot verlängern.
Mehr Pflanzen für einen solchen Garten findest du auch im Beitrag Bienenfreundliche Bäume und Sträucher.
So fühlt sich Hibiskus im Garten wohl
Der Garteneibisch steht am liebsten sonnig und etwas geschützt. Ein humoser, gut durchlässiger Boden bekommt ihm gut. Bei längerer Trockenheit braucht er zusätzlich Wasser.
Der Sumpfeibisch hat es dagegen gerne feuchter und passt deshalb eher an einen Standort, an dem der Boden nicht so schnell austrocknet.
Beim Rückschnitt darf man beim Garteneibisch ruhig beherzt vorgehen. Er wird im Frühjahr geschnitten und treibt anschließend wieder kräftig aus. Die Blüten entstehen am neuen Holz.
Hibiskus für Bienen ist also eine gute Ergänzung im Garten
Hibiskus ist also durchaus eine interessante Pflanze für einen bienenfreundlichen Garten. Besonders einfachblühende Sorten kommen dafür infrage. Der Garteneibisch bietet mit seiner späten Blüte einen zusätzlichen Farbtupfer und zugleich Nahrung für verschiedene Bestäuber.
Noch besser wird es, wenn er nicht allein steht, sondern mit anderen Pflanzen kombiniert wird, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. So entsteht nach und nach ein Garten, in dem Bienen und andere Insekten über viele Monate etwas finden.
Auch Wasser gehört dazu. Wie wichtig geeignete Wasserstellen sein können, zeigen wir im Beitrag Wasserstellen für Bienen.
Für Balkon und Terrasse gibt es außerdem Tipps zu bienenfreundlichen Balkonkästen.
Fazit
Ist Hibiskus bienenfreundlich? Ja, besonders einfachblühende Sorten können Bienen und andere Bestäuber unterstützen. Der Garteneibisch und der Sumpfeibisch sind dabei zwei interessante Vertreter.
Wer einen Hibiskus pflanzt, muss sich also nicht zwischen einer schönen Gartenpflanze und einem Nutzen für Insekten entscheiden. Mit der richtigen Sorte kann beides zusammenkommen und gerade die späte Blüte ist eine schöne Ergänzung zu einem abwechslungsreichen Blütenangebot.

